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S. Wolle & Curt Bauer – Textilien von Welt
1882 übernimmt die 1848 gegründete Berliner Baumwollfirma Samuel Wolle die seit 1867 in Aue existierende Geißlersche Weberei und überträgt die Leitung Alwin Bauer. Der Weber und Kaufmann macht das Unternehmen zum leistungsfähigen Textilbetrieb, welcher 1898 eine Weberei in Eibau übernimmt. Weltweit genießt das Unternehmen fortan exzellenten Ruf.
Ab 1915 ist Alwin Bauers Sohn Curt Mitinhaber und bald Firmenchef. Die Kommandit-Gesellschaft wird 1926 zur S. Wolle GmbH. Die Nationalsozialisten erzwingen in den 1930er Jahren die Umbenennung der Firma in Curt Bauer. Fremde Betriebe stellen in einigen Gebäuden Kriegsgüter her, Curt Bauer protestiert gegen die unmenschliche Behandlung der in der Auer Rüstungsproduktion Beschäftigten und wird der Wehrkraftzersetzung bezichtigt. Um Haft und mutmaßlicher Hinrichtung zu entgehen, wählt er 1944 den Freitot. Die Söhne Alexander und Wolfgang führen den Betrieb weiter. Horrende Steuern und Zuchthausstrafen sollen zur Aufgabe zwingen. 1957 muss Bauer staatliche Beteiligung akzeptieren, 15 Jahre später folgt die Verstaatlichung. Am Ende der DDR-Ära besitzt der Betrieb verschlissene Technik und kaum wettbewerbsfähige Sortimente, jedoch qualifizierte, motivierte Mitarbeiter.
Alexander Bauer stellt 1990 den Antrag auf Reprivatisierung, der zwei Jahre später rückwirkend bestätigt wird. Seine Söhne Michael und Gert Bauer führen die Firma seit 1. Juli 1990. Michael zeichnet für Marketing und Vertrieb, Gert für Produktion und Technik verantwortlich. Nun schlägt das Herz der Produktion im Takt der neuen Zeit; Millionen Euro fließen in Technik, Vertriebssystem, Gebäude und Sortimente.
Im August 2002 verwüstet ein verheerendes Hochwasser den Betrieb, der Schaden beträgt sieben Millionen Euro. In den beiden Folgejahren schafft das Unternehmen mit den umfangreichsten Investitionen der Firmengeschichte die Grundlage dafür, um sich auf den internationalen Märkten zu behaupten.
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Alwin Bauer (links) gründet und führt das Auer Unternehmen, unter Curt Bauer wird der erfolgreiche Weg bis zum 2. Weltkrieg fortgesetzt, Alexander Bauer (rechts) meistert die schwierige DDR-Zeit. |
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